Stephan Scherpe sammelte erste sängerische Erfahrungen in der Domkantorei seiner Geburtsstadt Merseburg. Bis 2013 studierte er klassischen Gesang bei Juliane Claus in Halle (Saale) und Prof. Berthold Schmid in Leipzig. Seine Ausbildung vertieft er in Kursen und Meisterklassen bei renommierten Gesangspädagogen und anerkannten Interpreten. Darüber hinaus wurde er mit einem Erasmus-Stipendium ausgezeichnet und konnte bei Gianni Fabbrini am Conservatorio di Musica „Luigi Cherubini“ in Florenz weitere wichtige Impulse für sein künstlerisches Schaffen erhalten.

Stephan Scherpe ist hauptsächlich im konzertanten Bereich zu erleben. Dabei kann er auf ein Repertoire von Schütz bis Dupré zurückgreifen. Seine besondere Vorliebe gilt der Interpretation der Vokalwerke Johann Sebastian Bachs, aber auch romantischen Kompositionen widmet er sich mit großem Interesse. Deutschlandweite Engagements führten den Sänger bisher u. a. zu bedeutenden Musikfestivals im gesamten Bundesgebiet sowie in die Schweiz, nach Belgien, Dänemark, Italien, Frankreich und in die USA. So arbeitet er mit namhaften Ensembles, wie dem Bach-Collegium Stuttgart (Helmuth Rilling), dem Stiftsbarock Stuttgart (Kay Johannsen), dem Zürcher Ensemble La Partita, dem Freiburger Barockorchester sowie den Virtuosi Saxoniæ (letztere unter Leitung von Ludwig Güttler) und dem Thomanerchor Leipzig (Gotthold Schwarz) zusammen.

Seit November 2014 liegt eine CD-Einspielung des Bachschen Weihnachts-Oratoriums mit dem belgischen Barockensemble La petite bande unter Leitung von Sigiswald Kuijken vor. Mit diesem Ensemble unternahm der Tenor im März 2015 mit der Johannes-Passion und im März 2016 mit der Matthäus-Passion Konzertreisen u. a. nach Monte-Carlo, Amsterdam und nach Japan.

Erfahrungen im Musiktheater konnte Stephan Scherpe bereits in verschiedenen Inszenierungen während seines Studiums sammeln. So übernahm er z. B. beim Leipziger Bachfest 2010 in Heinichens wiederentdeckter Oper „Die lybische Talestris“ die Partie des Marton sowie bei den Opernfestspielen 2011 in Bad Hersfeld die Partie des Conte Almaviva in Rossinis „Il barbiere di Siviglia“. Von 2009 bis 2011 gastierte er an den Städtischen Bühnen Gera und am Landestheater Altenburg. Im Sommer 2015 war er im Rahmen der Schlossoper Haldenstein, Schweiz in der Partie des Gabriel von Eisenstein in Johann Strauss' Operette „Die Fledermaus“ zu erleben.